Reisebericht - Motorrad und Reisen

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Reisebericht

Österreich 2011

Österreich stand mal wieder auf dem Programm, aber diesmal ein wenig anders: wir fuhren zu viert,  so war jedenfalls der Plan. Rolf (Virago 1200),  Stefan (Yamaha V-Max),  Peter (Yamaha XT 1200)  und ich (KTM 990 Adventure R). Da wir zu viert waren, haben wir uns in Österreich ein Haus gemietet, weil es wohl schwierig wird, jeden Tag ein Hotel zu finden. Das  Haus in Padaun,  in der Nähe vom Brennerpass, war schön groß und hatte noch eine große Garage, so dass unsere Mopeds und wir gut untergebracht waren. Der Urlaub fing damit an, daß Peter die erste Woche nicht mit fahren kann und dann nachkommt. Also fuhren wir zu dritt los,  aber Peter brachte uns bis zu ersten Raststätte auf der Autobahn und fuhr dann nach Hause; er musste sich wohl selbst ein wenig  quälen. Er tat uns allen leid, aber er kommt ja nach. Die Strecke (ca.850 km) bis Padaun war anstrengend, aber wir haben es gut geschafft. Auch das Wetter spielte bis auf ein paar Regenschauer mit. Das Haus war nicht ganz leicht zu finden, aber irgendwann standen  wir davor.

Da ich Rückenschmerzen hatte waren meine beiden Freunde mir sehr behilflich mit dem Gepäck und  der Auswahl des Zimmers: ich bekam das "Behindertengerechte". Die Hausbesitzer, ein älteres Ehepaar, empfingen uns und zeigten uns das ganze Haus und Grundstück. Das dauerte so lange,  daß ich dachte,  die bleiben über Nacht. Nachdem auch geklärt war,  wie der Müll getrennt wird, erklärt Rolf die Küche für sein Revier (wo wir auch nichts gegen hatten); beim Abwasch durften wir natürlich helfen. Aber dafür hat Rolf uns lecker bekocht. Stefan und ich sind natürlich nicht ohne Job davongekommen:  wir kümmerten uns um den Einkauf und um die Getränke. Am ersten Abend kehrten wir beim Gasthaus Steakholzer bei Martina ein, bei ihr aßen wir und tranken ein paar Bierchen. Da sie relativ früh schließt,  war sie so nett und verkauft uns einen  Kasten Bier,  den wir mit zu unserem Haus nahmen,  wo wir uns auch noch ein paar genehmigten und dann den ersten Abend ausklingen ließen.


Da wir Sonntag nicht einkaufen können,  haben wir das auf Montag verschoben und uns für heute eine kleine Tour zum Eingewöhnen vorgenommen: es ging Richtung Jaufenpass und Timmelsjoch.   Abends kehrten wir wieder bei Martina ein und haben es uns bei Essen und Trinken gemütlich gemacht. Montags war als erstes Mal Großeinkauf angesagt: also runter in den Ort und für mehrere Tage Verpflegung, Bier und natürlich was "Landesübliches" und für mich was Leichteres, da ich nicht auf harte Sachen stehe. Meine neue KTM mit ihren Koffern sollten sich beim Einkaufen noch des Öfteren bewähren, da doch schon einiges reinpasst. Vier Leute, viel Essen und vor allem Trinken. Mittags machten wir nur eine kurze Tour,  nur zur Orientierung, da wir noch genug Schmerzen von der Hinfahrt hatten. Wir gingen dann ziemlich früh zum gemütlichen Teil über. Am nächsten Morgen sollte dann unsere erste richtige Tour über ein paar Pässe gehen.


Für heute stand eine große Runde durch die Dolomiten an,  wir fuhren auch dementsprechend früh los, da wir so ca. 400-450 km vor uns hatten. Aber wir sollten von dem super Wetter und der Pracht der schönen Dolomiten belohnt werden. Mit einigen Pausen und Umschauen in den Bergen, wurde es doch, später als gedacht und schon war es dunkel und wir noch in Italien. Ich machte die  Führungsarbeit,  aber die beiden wurden immer langsamer und langsamer. Also fuhr ich bis zur Grenze vor und tankte mein  Moped mit Sprit und mich mit einem Red Bull und rauchte eine Zigarette. So lange, wie daß mit den beiden dauerte,  hätte ich auch eine Havanna rauchen können. Als sie eintrafen, wollte ich natürlich wissen warum sie so langsam fahren und mir gestanden beide,  daß sie im Dunkeln nicht gut sehen können. Also fuhr ich  den beiden in Schleichfahrt bis zum Haus vor. Es war mittlerweile 22.00 Uhr. Dort angekommen,  waren wir alle drei auch kaputt von der Tour:  ein Bier noch und dann ab ins Bett.


Spät aufgestanden verbrachten wir den Morgen erst mal mit Frühstücken und Servicearbeiten an den Motorrädern. Später fuhren wir noch zum Stubaital,  wo wir mit der Seilbahn auf den Berg wollten. Da aber die letzte Seilbahn schon in 1 Stunde wieder  runterfährt und die gute Frau von uns 27 € pro Person haben wollte,  haben wir drauf verzichtet. Wir setzen uns dann lieber in dem nächsten Ort,  in eine nette Gaststätte,  und ließen den Mittag vergehen. Auf der Rücktour erledigten wir noch ein paar Einkäufe und verbrachten den Abend in unserem netten Häuschen. Heute sollte Peter endlich erscheinen, auch er ist einigermaßen gut durchgekommen und hat auch nur den einen oder anderen Regenschauer abbekommen. Leider wurde das Wetter in den nächsten Tagen schlechter,  es regnete öfter und wurde auf den Pässen auch kalt. Die ersten zwei Pässe,  die wir mit Peter gefahren sind,  standen wir oben im Nebel und haben mal so gar nichts gesehen.


Rolf wollte einen Ruhetag einlegen. So sind Peter, Stefan und ich Richtung Bielerhöhe gefahren:  erst bei herrlichsten Sonnenschein und dann wurde das Wetter immer schlechter. Es hörte nicht mehr auf zu regnen. Wir gaben aber die Hoffnung nicht auf,  daß es nach dem nächsten Tal oder Hügel besser wird, aber leider wurde da nichts draus. Oben auf der Bielerhöhe angekommen waren es noch 3 Grad. Das Mädel an der Kasse, unten an der Bielerhöhe,  fragte noch: "Wollt ihr wirklich hoch fahren ?" "Ja ! " Sie grinste nur. Oben wusste ich,  warum. Der nette Kellner,  oben im Hotel,  versorgte uns gut. Er war auch Mopedfahrer und wusste,  daß es uns sehr kalt war. Er steckte uns heiße Wasserflaschen in unsere Handschuhe und brachte uns Tee. Den Rest des Weges, zurück zum Haus, sollten wir komplett im Regen fahren. Dort angekommen,  erst mal trockene, warme Klamotten an und am Ofen sitzen. Rolf  hat uns ein leckeres Essen hingezaubert und dann halfen nur noch Bier, Schnaps und Kippen.





In Innsbruck versorgten wir uns erst mal mit Regenanzügen und Rolf brauchte hinten einen neuen Reifen. Alle neu eingekleidet, fuhren wir nach Schwaz zum Motorradhändler und Motorradmuseum und schauten uns ein wenig um und tranken Kaffee. Rolf wollte zurück zum Haus. Wir sind dann Richtung Deutschland, am Achensee vorbei Richtung Sylvensteinstausee über Mittenwald, dann wieder nach Padaun zurück. Tolle Tour: müssen ja nicht immer Pässe sein. Wir  hatten aber auch tolles Wetter.




Den folgenden Tag verbrachten wir im Haus, da es nur regnete. Für den nächsten Tag wollten wir wieder Richtung Dolomiten,  da in Italien besseres Wetter gemeldet war als in Österreich. Bis Bozen fuhren wir über die Autobahn. Dort angekommen trennte sich Rolf von uns und fuhr in Bozen rein und machte sich da einen schönen Tag. Wir nahmen jeden Pass bis Cortina d`Ampezzo mit;  eine geniale Strecke, sehr schön anzusehen und super zu fahren. Toblach war unser nächstes Ziel. Dann über den Furkelsattel und Würzjoch nach Brixen. Noch gut in der Zeit, fuhren wir über Land, nach Hause und kehrten mal wieder bei Martina ein und ließen uns verwöhnen mit Speisen und Getränken.




Stilfser Joch stand noch auf den Plan;  ein Muss für jeden, der Pässe fahren will, ( aber nicht mein Lieblingspass ),  nach dem Groß Glockner wohl der bekannteste. Also auf die Mopeds und los. Richtung Sterzing über den Jaufenpass nach Meran, über die Bundesstraße 38 genau aufs Stilfser Joch zu. Unzählige Kehren,  die mir fast alle zu eng sind,  darum fahre ich da nicht so gerne. Oben angekommen war es sehr kalt,  aber eine schöne Aussicht. Die Bratwurst,  die vor 2 Jahren noch für 5 € zu haben war,  kostete jetzt 5,50 €. Wir verzichteten diesmal. Weiter über Reschenpass nach Imst, dann wieder runter über Sölden,  Timmeljoch,  Jaufenpass und schon waren wir wieder in Sterzing. Von da aus nach Padaun zum Haus.

Die Abreise stand nun an: Haus putzen und wieder übergeben und ab geht die Post nach Hause. Am Fernpass waren wir schon im Stau und im Regen: also Regenklamotten an. Die sollten wir bis zu Hause nicht mehr ausziehen. Das war eine schlimme Rückreise aus Österreich, nur Regen und es war kalt. Mit vielen Pausen und den Verlust von Rolf,  der dann schon eine Stunde vor uns zuhause war,  kamen wir doch irgendwann zuhause an.

 
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